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Am 12. Mai 2012 feiern wir den 300. Geburtstag von Markgraf Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach.
Wer war Carl? In einer Reihe von Veranstaltungen will der Verein der Freunde Triesdorf und Umgebung
sowie befreundete Institutionen und Vereine dieser Frage nachgehen. Entwurf: Halina Muchow, Berlin.

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  Symposion zum 300. Geburtstag von Markgraf Carl Wilhelm Friedrich geschrieben von vZerboni am 17. 08. 133500
ANSBACH/GUNZENHAUSEN – Am 12. Mai 2012 ist der 300. Geburtstag von Markgraf Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach (1712-1757). Er war Reformer und Gesetzesgeber, Falkner, Bauherr, Volkswirt, Landwirt und Gründer der Familie von Falkenhausen, ambitionierter Förderer von Kunst und Kultur. Vor allem aber war er Landesherr der Markgrafschaft Ansbach. Eine wissenschaftliche Tagung des Historischen Vereins für Mittelfranken wird das Leben und Werk des Markgrafen am 12. Mai in Ansbach und 13. Mai Gunzenhausen beleuchten. Den Festvortrag dazu hält der gebürtige Gunzenhäuser Prof. Dr. Georg Seiderer vom Lehrstuhl für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte an der Universität Erlangen. Er spricht zum Thema „Der >wilde< Markgraf in der Erinnerung. Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach in der populären Überlieferung und in der Geschichtsschreibung.“ Hier der Beitrag aus dem Altmühl-Boten (Onilineausgabe) vom 14.05.2012

Tatsächlich ist das heutige Bild von Markgraf Carl stark verzerrt. Die heimische Bevölkerung kennt ihn gar nur als „Wilden Markgrafen“. Ihm werden seine Ausschweifungen und seine Jagdlust, insbesondere die Falkenjagd, vorgehalten. Übersehen wird dabei, dass diese Sicht auf den Markgrafen aus dem 19. Jahrhundert stammt. So schreibt Heinrich Christoph Büttner 1813 in seinem Buch „Franconia. Beiträge zur Geschichte, Topographie und Literatur von Franken“ über Markgraf Carl: „Er war das wahre Bild eines Fürsten, dem es nicht an Regenten-Eigenschaften, aber desto mehr an Regenten-Tugenden fehlte – grausam, dem Zorn, dem Trunk und der Wollust ergeben.“

Zu kurz kommt bislang immer der Aspekt der Wirtschaftsförderung. Denn die Förderung von Wirtschaft und Landwirtschaft hatte für ihn die Funktion der Wohlfahrtshebung. So heißt es im Ausschreiben Markgraf Carls vom 26. August 1737 ausdrücklich, „das wahre Wohlsein Unserer getreuen von Gott uns anvertrauten Untertanen nach aller Möglichkeit zu befördern…“ (Werzinger 1993). Während seiner Regierungszeit wurde die Wirtschaft stark durch direkte und indirekte Subventionen in die Bauwirtschaft angekurbelt. Durch so genannte Baugnaden - 25 Prozent der Baukosten wurden übernommen, Grundstücke und Material kostenlos überlassen – wurde die Bevölkerung animiert, zu bauen. Es modernisierte sich Stadt und Land zusehends, wobei dieser Bauboom zusätzliche Effekte erzeugte und sich fördernd auf andere Wirtschaftsbereiche auswirkte.

Schon allein der Bau der Gebäude machte die Bauarbeiter durstig, neue Brauereien im ganzen Land mussten mehr Bier produzieren. Die Ehefrau Carl Wilhelm Friedrichs, Friederike Louise, errichtete in Unterschwaningen eine Schlossbrauerei und kaufte sich später gar noch in Weidenbach eine weitere Bierbrauerei dazu. „1746 wird an der Erstellung einer Bierbräuverordnung gearbeitet, allerdings wird der Entwurf nicht genehmigt.“ (Lang 1848). Die Ansbacher Hofbrauerei exportierte sogar Bier nach London. „Im Jahre 1734 wurde aus der herrschaftlichen Brauerei 200 Bouteillen [Flaschen] weißes [helles] und 200 Bouteilles braunes [dunkles] Bier an den Hof des Königs von England verlangt, vermutlich mehr aus alten Gelüsten der Königin von England, die eine Ansbacher Prinzessin war [Wilhelmine Caroline, Tante des Markgrafen], als sonst wegen einer europäischen Berühmtheit unseres Gerstensaftes.“ (Lang).

Am Beispiel des Falkenmeisters Ernst Wilhelm Anton von Heydenab lässt sich dieser Anspruch plastisch darstellen. Am 9. September 1737 erließ Markgraf Carl ein Dekret, wonach Heydenab für den Bau von Wohnhaus, Scheuer und Stall auf den Äckern linker Hand der Straße nach Weidenbach „ohnentgeltlich“ Bauholz aus dem Triesdorfer Tiergarten erhalten sollte, ebenso Steine, Ziegel, Kalk und „Ziegelblatten“ (Dachsteine). Darüberhinaus erhielt er die gewöhnliche Baugnade von 25 Prozent der Baukosten sowie ein Tafern-, Brau-, Back- und Schlachtrecht.

Heydenab konnte sich deshalb vom Ansbacher Hofarchitekten Leopoldo Rettÿ in Weidenbach ein regelrechtes Schloss mit zwei freistehenden Flügeln planen und bauen. Um die dazugehörige Brauerei mit genügend Brauwasser zu versorgen, wurde per Dekret des Markgrafen vom 15. August 1739 das Anwesen an die markgräfliche Wasserleitung, der „Röhrenfarth“ angeschlossen. 1750 ließ sich der Falkenmeister von Johann David Steingruber in Gunzenhausen ein Stadtschloss erstellen. Heydenab stieg 1751 auf zum Obristfalkenmeister und zum Oberamtmann von Gunzenhausen. Um 1747 veränderte sich nämlich der Hauptwohnsitz des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich. War bislang Triesdorf sein bevorzugter Aufenthaltsort, so wurde es nun Gunzenhausen. Ernst Wilhelm Anton von Heydenab verkaufte sein Weidenbacher Anwesen 1756 an die Markgräfin Friederike Louise, die Brauerei wurde somit zum „Herrschaftlichen Brauhaus“.

Der Bau von zahlreichen Kirchen und Pfarrhäusern im gesamten Fürstentum Ansbach sowie Friedhofskapellen während der Regierungszeit von Markgraf Carl gehen in dieselbe Richtung. Ebenso wie die Herstellung anderer öffentlicher Gebäude wie dem Reithaus in Triesdorf, die Überbauung des Onolzbaches von Ansbach mit mächtigen Sandsteinquadern zum Gehweg (heute „Promenade“), die Entwicklung von Marktsteft und Roth oder der Bau der Poststation von Wassermungenau trugen ebenfalls zum Wirtschaftswachstum bei. Inwieweit er die Wirtschaftsförderung durch Investitionen in Baumaßnahmen, noch heute ein Mittel der Politik, um Wirtschaftswachstum zu erzielen ,von seiner Mutter übernahm oder durch den direkten Einfluss des Hofbeamten Ernst Ludwig Carl, den er während der Kavalierstour in Paris selbst kennenlernte, muss offen bleiben.

Immerhin hatte der ehemaligen Assessor am kaiserlichen Landgericht Burggrafthums Nürnberg, Ernst Ludwig Carl, dem Markgraf in Paris für den Erbprinzen und dessen Erziehung ein volkswirtschaftliches Werk verfasst und 1722/1723 unter dem Titel „Traité de la richesse des princes et de leurs états et des moyens simples et naturels pour y parvenir“ veröffentlicht, „sicher eines der bedeutendsten Lehrbücher der Staatswirtschaftslehre, der Wirtschaftspolitik und der Finanzwissenschaften der Epoche des Merkantilismus“ (Karl Kunze/Thomas Lambertz 1989).

Der Versuch, aus der Förderung der Wirtschaft, Kapital zu schlagen, gelang Markgraf Carl nicht. Die angespannte Finanzsituation, die schon zu Beginn seiner Regierungszeit der damalige Premierminister Carl Friedrich von Seckedorff-Aberdar zu Unternzenn in einem Gutachten festgestellte (Rechter 1999), blieb bestehen. Die Steuereinnahmen reichten weiterhin nicht aus, um die Ausgaben zu decken. Das strukturelle Defizit verstetigte sich.

In dem Haushalt der Obereinnehmerei für 1753/54 standen Einnahmen von 286.000 Gulden Ausgaben von 368.000 Gulden gegenüber, die durch Kreditaufnahmen gedeckt werden mussten Allerdings wurde es immer schwerer für den Markgrafen, neue Kredite zu erhalten. Bei einer Gesamtverschuldung von 2,3 Millionen Gulden mussten 120.000 Gulden allein für Zinsen ausgegeben werden, 32 Prozent des Haushalts (Werzinger). Zum Vergleich: Der Bundeshaushalt 2012 hat ein Volumen von 306,2 Milliarden Euro, für Bundesschulden werden 38,3 Milliarden fällig, also 12,5 Prozent.

Carl-Alexander Mavridis M.A.


ANSBACH/GUNZENHAUSEN (mav) - Am 12. Mai 2012 feiern wir den 300. Geburtstag von Markgraf Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach. Wer war Carl? Diese Frage beantworten will der Historische Verein von Mittelfranken mit einer wissenschaftlichen Tagung vom Freitag, 11. Mai bis Sonntag, 13. Mai in Ansbach und Gunzenhausen zum Thema „Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach - der ‚Wilde Markgraf’“. Unterstützt wird der Verein dabei vom Bezirk Mittelfranken, der Stadt Ansbach, der Stadt Gunzenhausen, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. Die Veranstaltung ist auch Teil des Gunzenhäuser Markgrafenjahrs.

Die Tagung beginnt in Ansbach mit einem ausgesprochen kulturtouristischen Auftakt. Am Freitag, den 11. Mai 2012 führt Stadtarchivar und Museumsleiter Werner Bürger um 16 Uhr durch die Sonderausstellung "Markgraf Carl Wilhelm Friedrich" im Markgrafenmuseum Ansbach. Und um 20 Uhr veranstaltet die Stadt Ansbach ein Kantatenkonzert des Hofkapellmeisters Georg Heinrich Bümler in St. Gumbertus, der vom Hofbaumeister Leopoldo Rettÿ erbauten Ansbacher Hofkirche.

Am Samstag, den 12. Mai - dem Geburtstag des Fürsten - beginnt um 9 Uhr in der Alte Bibliothek des Ansbacher Schlosses der wissenschaftliche Teil des Symposiums mit dem Kapitel „Carl Wilhelm Friedrich - Der Fürst und der Mensch“. Dazu sprechen Eugen Schöler aus Schwabach zum Thema „Der Erbprinz - Elternhaus, Erziehung und Bildung“, Dr. Arno Störkel aus Würzburg über „Carl Wilhelm Friedrich, Friederike Louise und Preußen“ und nach einer Kaffeepause gibt Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Lehrstuhlinhaber für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, eine Einführung zu „Jagd, Falknerei und höfische Repräsentation“ bevor Werner Bürger aus Ansbach „Der Fürst im Portrait“ beisteuert.

Der Nachmittag in der Residenz Ansbach widmet sich dem Schwerpunkt „Das Markgraftum Brandenburg-Ansbach - Territorium und Herrschaft“. Um 13.30 Uhr spricht Dr. Andrea Schödl aus Tauberfeld über die „Regierung unter Vormundschaft: Markgraf Carl Wilhelm Friedrich und Markgräfin Christiane Charlotte“. Bereits 2009 legte die Autorin den Aufsatz „Markgräfin Christiane Charlotte – Fürstin, Mutter und Frau“ als Sonderdruck Nr. 7 beim Verein der Freunde Triesdorf und Umgebung vor.

Über „Das Idealbild des Fürsten: Benjamin Neukirch und die Abenteuer des Telemach“ referiert Prof. Dr. Dirk Niefanger, Lehrstuhlinhaber für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Uni Erlangen. Ebenfalls Ordinarius ist Prof. Dr. Dieter J. Weiß, und zwar an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Fach „Bayerische Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte mit besonderer Berücksichtigung des Mittelalters“. Er untersucht das Thema „Das Markgraftum Brandenburg-Ansbach und seine Beziehungen zum Reich und zum Fränkischen Reichskreis“. Nach einer weiteren Kaffeepause stellt Dr. Manfred Jehle (Berlin) die „Judenordnungen und die Politik gegenüber den Juden im Markgraftum Brandenburg-Ansbach unter Carl Wilhelm Friedrich“ zur Diskussion, bevor Dr. Daniel Burger vom Staatsarchiv Nürnberg das Thema „Geheimes Archiv und Amtsregistraturen. Die Überlieferungsbildung im Fürstentum Markgraf Carl Wilhelm Friedrichs“ beleuchtet.

Den Höhepunkt der gesamten Tagung bildet der Festvortrag des gebürtigen Gunzenhäusers Prof. Dr. Georg Seiderer vom Lehrstuhl für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte an der Universität Erlangen. Er spricht zum Thema „Der >wilde< Markgraf in der Erinnerung. Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach in der populären Überlieferung und in der Geschichtsschreibung“. Um 20 Uhr im Festsaal der markgräflichen Residenz Ansbach. Im Anschluss lädt der Historische Verein, die Stadt Ansbach und der Bezirk Mittelfranken zum Empfang mit Möglichkeit zum Meinungsaustausch.

Sonntag, der 13. Mai ist der letzte Tag des Historikertreffens. Ort des Geschehens ist Gunzenhausen, dem Sterbeort des Markgrafen. Bearbeitet wird der Themenkomplex „Architektur - Erinnerung – Nachleben“ im Festsaal des Markgräflichen Hofgartenhauses (Haus des Gastes). „Schlossbau, Schlosskirche und höfische Repräsentation“ heißt es ab 10 Uhr. Referent ist der Kunsthistoriker und Antiquitätenhändler Christian Eichinger M.A. aus Ansbach.

Prof. Dr. Klaus Raschzok, Lehrstuhlinhaber für Praktische Theologie an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau (Theologische Hochschule der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern) zeigt die „Spuren des Markgrafen im Ansbacher Land: Die Markgrafenkirchen“. Klaus Raschzok veröffentlichte 1988 seine Doktorarbeit „Lutherischer Kirchenbau und Kirchenraum im Zeitalter des Absolutismus. Dargestellt am Beispiel des Markgraftums Brandenburg-Ansbach 1672-1791“ im Verlag Peter Lang Frankfurt am Main.

Nach der Kaffeepause erklärt Dr. Hermann Maué vom Germanischen Nationalmuseum Nürnberg die „Medaillen - Repräsentation und Memoria, Belohnung und Ansporn“ und somit auch den „Falkendukaten“, den die Stadt Gunzenhausen kürzlich für das Stadtmuseum Gunzenhausen erworben hat. [Beitrag dazu aus dem Altmühl-Boten vom 07.03.2012] Den Abschluss der Kolloquiums bildet das Referat von Tassilo Freiherr von Falkenhausen zu Wald. Er, der Nachkomme des Markgrafen aus der Verbindung mit Elisabeth Wünsch, lässt „Carl Wilhelm Friedrich in der Familienüberlieferung“ wiederaufleben.

Passend zum Festreigen um Markgraf Carl Wilhelm Friedrich veranstaltet die Schlossbibliothek Ansbach vom 2. Mai bis 1. Juni 2012 die Ausstellung "Edles Kleinod und Zierde unserer fürstlichen Residenz" und ehrt damit ihren Begründer. Die Ausstellung wird festlich eröffnet am 2. Mai um 19 im Lesesaal mit einem Vortrag von Werner Bürger.

Der Fränkische Sommer 2012 zieht mit einem Konzert in Schwabach am 31. August 2012 nach. "Die drei Höfe Berlin, Bayreuth und Ansbach" lautet der Titel und verweist auf Schwager und Schwägerin des Markgrafen Carl, nämlich König Friedrich II. in Preußen und Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth.
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  Tag der Franken in Schwabach geschrieben von vZerboni am 07. 03. 133309
Am 7. Juli 2012 findet in Schwabach der diesjähige Tag der Franken statt, welcher in diesem Jahr vom Bezirk Mittelfranken ausgerichtet wird. Mit von der Partie ist der Schriftsteller Gerd Scherm . Er wird an diesem Jahr ab 13 Uhr auf dem Schwabacher Marktplatz mit einer theatralischen Darbietung mit dem Titel "Markgräfinnen und Mätressen" als Beitrag zum Markgrafenjahr 2012 aufwarten. Schwabach war Oberamtsstadt im Fürstentum Ansbach.

Was Gerd Scherm in Schwabach genau vor hat, erklärt der Binzwanger so: "Ich werde als Hofdichter gewandet Anekdotisches, Kurioses und Wissenswertes über die Weiblichkeit rund um die letzten Ansbacher Markgrafen erzählen - von Markgräfin Christiane Charlotte über Friederike Luise und die Wünschin bis zu Friederike Caroline, Claire Clairon und Lady Craven. Begleitet im Wortsinn werde ich dabei auf der Drehleier von "meiner Friederike" Gollwitzer.".
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  Jahreshauptversammlung mit Wahlen und Vortrag geschrieben von vZerboni am 27. 10. 133020
Freitag, 30.3.2012

Jahreshauptversammlung mit Wahlen und Vortrag zum Thema „Markgraf Carl Wilhelm Friedrich als Reformer und Gesetzesgeber“ von Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Lehrstuhlinhaber Bayerische und Fränkische Landesgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
(Im Rahmen des Vortrags wird der Quellenband "Die >gute< Policey im Reichskreis - Policeyordnungen in den Markgrafthümern Ansbach und Kulmbach-Bayreuth", erschienen 2011 im Wi.Komm-Verlag Wissenschaftlicher Kommissionsverlag Stegaurach vorgestellt.)

19.30 Uhr Gasthaus Eder, Weidenbach-Triesdorf

Einladung zur Mitgliederversammlung
gemäß § 8 Abs. 1 der Vereinssatzung
am Freitag, den 30. März 2012
um 19.30 Uhr
im Gasthaus Eder in Weidenbach-Triesdorf

Tagesordnung:

1. Begrüßung
2. Totenehrung
3. Geschäftsbericht
4. Programm 2012
5. Kassenbericht
6. Rechnungsprüfungsbericht
7. Entlastung
8. Wahlen zum Vorstand und Beirat
9. Vortrag zum Thema „Markgraf Carl Wilhelm Friedrich als Reformer und Gesetzesgeber“ von Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Lehrstuhlinhaber Bayerische und Fränkische Landesgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
10. Anträge, Wünsche, Sonstiges

Triesdorf, 12. März 2012
Dr. Horst von Zerboni
1. Vorsitzende

TRIESDORF (mav) – Der Verein der Freunde Triesdorf und Umgebung kümmert sich intensiv um die Erforschung und Vermittlung der Geschichte der ehemaligen Markgrafschaft Ansbach. Deutlich wurde dies auf der gut besuchten diesjährigen Mitgliederversammlung des Vereins. Neben Wahlen stand ein Vortrag zum Thema „Markgraf Carl Wilhelm Friedrich als Reformer und Gesetzesgeber“ von Prof. Wolfgang Wüst aus Erlangen im Zentrum des Abends. Insgesamt hat die historische Gesellschaft 234 Mitglieder, so der Vorsitzende Dr. Horst von Zerboni.

Nach Begrüßung und Totenehrung gab Dr. von Zerboni einen Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr. So waren dies etwa Vorträge über die markgräfliche Gesundheitsbehörde „Collegium Medicum Onoldinum“, gegründet 1738 von Markgraf Carl, „Die grüne Fürstin. Lucie von Hardenberg-Reventlow in Dennenlohe und Branitz“ zum Auftakt der Sonderausstellung auf Schloss Dennenlohe und über die „Ansbacher Jäger in Amerika“, den ansbach-bayreuther Truppen im Unabhängigkeitskrieg der USA gegen die Aufständischen. Schwerpunkt des Herbstreigens war Ornbau mit Exkursion und Literarischem Kabinett.

Ebenfalls veranstalteten die Freunde von Triesdorf in der Villa Sandrina, die faktisch als Vereinsheim fungiert, zwei Konzertvorträge. Dies war eine Inszenierung von Michael Kämmle mit Traversflöte und Tafelkavier (Heike Kämmle) zum 275. Geburtstag von Markgraf Alexander. Und ein Beitrag zum 200. Todestag von Heinrich von Kleist. Der Philosoph Dr. Reinhard Knodt zeigte die Gemeinsamkeiten auf zwischen Kleist und dem Ansbacher Schriftsteller Johann Friedrich von Cronegk. Eingerahmt wurde der Vortrag durch einen Liederabend mit der Sopranistin Elisa Fenner-Ivanov, begleitet auf dem Tafelklavier von Tobias Hartlieb.

Der Verein der Freunde Triesdorf und Umgebung hat das Jahr 2012 zum Markgrafenjahr ausgerufen. Anlass dafür ist der 300. Geburtstag des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach am 12. Mai. Dafür hat der Verein eigens ein Logo - der Markgraf als Falkner zu Pferd – von der Berliner Designerin Halina Muchow entwerfen lassen. Unter dieses Zeichen hat der Verein das kommende Vereinsjahr gestellt und zahlreiche Veranstaltungen geplant.

Zum Geburtstag des Markgrafen Carl findet vom 11. bis 13. Mai in Ansbach (Residenz) und Gunzenhausen (Haus des Gastes) ein Kolloquium statt, welches der Verein in Kooperation mit dem Historischen Verein für Mittelfranken, den Historischen Verein für Oberfranken, dem Bezirk Mittelfranken und der Stadt Ansbach durchführt. Höhepunkt der Tagung wird der Festvortrag am Samstag, 12. Mai des gebürtigen Gunzenhäuser Professors Georg Seiderer aus Erlangen sein zum Thema „Der >wilde< Markgraf in der Erinnerung. Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach in der populären Überlieferung und in der Geschichtsschreibung“.

Am Sonntag, 24. Juni beteiligen sich die Freunde Triesdorf am Johann-Tag in Triesdorf, dem Tag der offenen Tür, mit einer Jagdausstellung und Vortrag „Der Jagd- und Landsitz Triesdorf im 18. Jahrhundert. Markgräfin Christiane Charlotte, Markgraf Carl Wilhelm Friedrich und Markgraf Alexander im Vergleich“ von Dr. Horst von Zerboni. Beginn um 15 Uhr im Rotes Schloss, dem ursprünglichen Falken- und Reiherhaus des Markgrafen Carl.

Der Tag des offenen Denkmals wird 2012 zusammen mit dem Förderverein Schloss Unterschwaningen veranstaltet. Dr. Arno Störkel aus Würzburg hält in der Hofkirche Unterschwaningen eine Vortrag zum Thema „Markgräfin Friederike Louise als Schloss- und Gutsherrin“, dazu gibt es ein Orgelkonzert von Alexander Serr. Anschließend führt Vereinsvorsitzender und Heimatpfleger Dr. Horst von Zerboni durch die ehemalige Schlossanlage. Sonntag, 9. September um 14 Uhr. Dr. Störkel hat den Beitrag über Friederike Louise, der Ehefrau Markgraf Carls und Schwester König Friedrichs II. von Preußen, im Buch „Geschichte der Gemeinde Unterschwaningen mit seinen Ortsteilen Dennenlohe, Kröttenbach und Oberschwaningen“ (Schrenk-Verlag: Gunzenhausen 2009) geliefert.

Zwei Wochen später, am Samstag, den 23. September, findet in Triesdorf eine Tagung statt zum Thema „Markgraf Carl Wilhelm Friedrich in Triesdorf als Bauherr, Jagdherr und Förderer der Landwirtschaft“ in Triesdorf (Weißes Schloss) und Weidenbach (Hofkirche). 15 Uhr im Weißen Schloss und 18 Uhr in der Hofkirche. Ein Literarisches Kabinett zum Thema „Markgraf Carl Wilhelm Friedrich aus der Sicht des preußischen Königshauses und des Hauses Seckendorff“ bildet den Abschluss des Markgrafenjahrs aus Triesdorfer Sicht. Gelesen werden hier Texte aus dem 18. Jahrhundert, die Markgraf Carl direkt und indirekt beschreiben. So aus der Feder von Wilhelmine von Bayreuth, der Schwägerin des Markgrafen, des kaiserlichen Gesandten in Berlin, Reichsgraf Friedrich Heinrich von Seckendorff-Gutend, und dessen Neffen Christoph Ludwig von Seckendorff-Abardar, von 1738 bis 1756 Premierminister und Geheimer Ratspräsident der Markgrafschaft Ansbach.

Markgraf Carl war nicht nur Freund der Falkenjagd, der Frauen und des Trunks, sondern auch guter Regent seines Fürstentums. Prof. Wolfgang Wüst untermauerte seine These am Beispiel des "Hochzeiten-Kind-Tauff-Leiche und Trauer-Reglements" vom 27. November 1733. Darin wurde etwa geregelt, wie der Landesbewohner ausufernde Hochzeiten zu vermeiden hatte. Ziel war es, die Wohlfahrt der markgräflichen Untertanen zu erhalten, indem er sie vor zu hohen Geldausgaben bewahrte.

Die Wahlen ergaben folgendes Bild: Vorsitzender bleibt Dr. Horst von Zerboni, neuer Stellvertreter ist der Ansbacher Alexander Biernoth. Der bisherige 2. Vorsitzende, Jürgen Schmidt aus Weihenzell, stand nicht mehr zur Wahl. Der bislang kommissarische Kassier Stephan Fink aus Feuchtwangen wurde ebenso bestätigt wie der Geschäftsführer Carl-Alexander Mavridis. Neben Maria-Theresia von Zerboni und Fritz Vogt ist Julia Kamann aus Sommersdorf neue Beisitzerin. Sie folgt Prof. Wilfried Ahrens nach, der nicht mehr zur Wahl stand. Als Dank für seine langjährige Mitarbeit im Vorstand erhielt Prof. Ahrens aus der Hand von Dr. von Zerboni ein Buchgeschenk, nämlich „Friedrich II. von Preußen: Ein kulturgeschichtliches Panorama von A-Z.“ von Norbert Leithold.

Im Beirat gibt es keine Veränderungen. Beiräte bleiben demnach Bezirksrat Alexander Küßwetter (Ehingen), Otto Körner, Direktor der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf, die beiden Weidenbacher Hilmar Ratz und Bürgermeister Gerhard Siegler, Bürgermeister Hans Popp aus Merkendorf und der Vorsitzende des Fördervereins Schloss Unterschwaningen, Richard Gamisch.
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  Fränkischer Sommer 2012 - Festival für Alte Musik in Franken geschrieben von vZerboni am 17. 08. 132459
Der Fränkische Sommer 2012 geht mit 25 Konzerten in eine neue Saison. So macht das Musikfestival Station in Triesdorf, Merkendorf, Wolframs-Eschenbach und Schwabach.

In Triesdorf ist der Fränkische Sommer am Sonntag, den 19. August 2012. Gezeigt wird "Wenn ich auf dem Fluge bin...", ein Singspiel von Michael Kämmle (Behringersdorf) um Lady Craven, die letzte Markgräfin von Ansbach. Damit wird das Nouveau Théâtre de Triesdorf der Craven reaktiviert. Elisabeth Craven betrieb als Mätresse des Markgrafen Alexander von Brandenburg-Ansbach und Bayreuth in Triesdorf 1787 bis 1791 einen Musenhof, die Villa Sandrina war zu der Zeit das Hôtel d'Alexandre, war Gästehaus also.

Zu Ehren des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach und seines Schwagers König Friedrich II. von Preußen und dessen Schwester Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth findet in Merkendorf am Samstag, 28. Juli 2012 ein Konzert für Hackbrett, Traversflöte und Barock-Laute zum Thema "Kammermusik am Preußischen Hof" statt mit dem Ensemble Gioco de Salterio aus München. Beginn um 20 Uhr in der Evangelische Stadtkirche.

"Preußen und Ansbach" heißt es auch am 31. August 2012 in Schwabach (Spitalkirche.) Dort gibt die Lautten Companey aus Berlin ein Konzert mit dem Titel "Die drei Höfe: Berlin, Bayreuth, Ansbach". Beginn ebenfalls um 20 Uhr. Sowohl Markgraf Carl als auch König Friedrich II. wurden 1712 geboren, könnten also in diesem Jahr jeweils ihren 300. Geburtstag feiern (Carl am 12. Mai und Friedrich am 24. Januar).

In Wolframs-Eschenbach steht der "Parzival" von Wolfram von Eschenbach am 26. August 2012 auf dem Programm. Wolfgang Riedelbauch, der scheidende Intendant des Fränkischen Sommers, liest auf dem Heldenepos und wird begleitet vom Ensemble Amadis aus Frankreich mit mittelalterlichen Instrumenten. Liebfrauenmüster um 18 Uhr.
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  Kleist-Cronegk-Fest in der Villa Sandrina geschrieben von vZerboni am 03. 02. 132135
Sonntag, 20.11.2011

Zum 200. Todestag von Heinrich von Kleist

Konzertvortrag zu Heinrich von Kleist und dem Ansbacher Schriftsteller Johann Friedrich von Cronegk (1731-1758) mit Dr. Reinhard Knodt (Vortrag), Tobias Hartlieb (Fortepiano) und Elisa Fenner-Ivanov (Sopran). Heinrich von Kleist hat in seinem „Satz aus der höheren Kritik“ den Reichsfreiherrn Johann Friedrich von Cronegk ausdrücklich erwähnt.

19 Uhr Villa Sandrina, Triesdorf

Auf dem Konzertprogramm steht u.a. das Gedicht "An die Freude" des Ansbacher Dichters Johann Peter Uz in der Vertonung von Wolfgang Amadeus Mozart.

Büchertisch der Fr. Seybold’s Sortimentsbuchhandlung
Johannes Seyerlein, Ansbach

Kleist-Museum Frankfurt (Oder)

TRIESDORF (mav) - Hochkultur pur auf höchstem Niveau erlebten nun die Kunstfreunde in der Villa Sandrina zu Triesdorf. Der Philosoph Dr. Reinhard Knodt zeigte in einem anspruchsvollen und amüsanten Vortrag die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Literaten Heinrich von Kleist und dem Ansbacher Schriftsteller Johann Friedrich von Cronegk. Und Tobias Hartlieb begleitete auf dem hauseigenen Tafelklavier die Sopranistin Elisa Fenner-Ivanov. Anlass war für den Verein der Freunde Triesdorf und Umgebung der 200. Todestag von Heinrich von Kleist.

Im Mittelpunkt der dreiteiligen Vorlesung stand für Reinhard Knodt das deutsche Trauerspiel. „Codrus“ von Cronegk auf der einen Seite, „Penthesilea“ von Kleist auf der anderen Seite. Im Trauerspiel steht das Selbstopfer, der Tod für einen höheren Zweck im Mittelpunkt. Während die „Penthesilea“, die Amazonenkönigin, derzeit an zahlreichen Bühnen gezeigt wird, ist der „Codrus“, der König von Athen (Attika), von deutschen Bühnen gänzlich verschwunden.

Nach den einzelnen Textblöcken gab es Musik aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Der Pianist Tobias Hartlieb hatte dafür eigens aus dem Archiv Noten ausgegraben und dann die Lieder mit Elisa Fenner-Ivanov einstudiert. Voller Empfindung interpretierte die Sopranistin Elisa Fenner-Ivanov Gedichte von Cronegk und Kleist, ebenso gefühlvoll begleitet auf dem Tafelklavier von Tobias Hartlieb. Zum Schluss gab es noch ein gemeinsam gesungenes Lied: „Der Mond ist aufgegangen“, das Gedicht „Abendlied“ von Matthias Claudius in der Vertonung von Johann Abraham Schulz aus dem Jahr 1790.

Liederabend
Der Pianist Tobias Hartlieb begleitet einfühlsam den gefühlvollen Gesang der Sopranistin Elisa Fenner-Ivanov auf dem hauseigenen Tafelklavier in der Villa Sandrina. Links in der Tür der Philosoph Dr. Reinhard Knodt. Foto: Gerhard Schulz-Rothemund.

Mit württembergischen Rot- und fränkischen Weinwein sowie Triesdorfer Ziegenhartkäse ging der Abend zu Ende. Bei intensiven Gesprächen waren sich die Kunstfreunde einig, dass das Cronegk’sche Stück „Codrus“ ein guter Beitrag für das Markgrafenjahr 2012 wäre. Tatsächlich war Johann Friedrich von Cronegk Hof- und Justizrat unter Markgraf Carl Wilhelm Friedrich, der im nächsten Jahr seinen 300. Geburtstag feiert.
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